Wir nehmen es mit unserer Nahrung auf. Je nach Fluoridgehalt der Nahrung beziehungsweise des Trinkwassers kann es sinnvoll sein, zusätzlich Fluoride zum Beispiel in Form von Tabletten zu sich zu nehmen.

Besonders interessant ist der Wirkungsmechanismus der Fluoride auf die Zahnhartsubstanz, wobei man die Wirkung in der Bildungsphase der Zähne von der nach dem Durchbruch der Zähne in die Mundhöhle unterscheidet.

In der Bildungsphase der bleibenden Zähne, die schon in den ersten Lebensmonaten beginnt, wird bei ausreichendem Fluoridangebot im Körper die Mineralisation des Zahnes optimiert, seine Säurelöslichkeit sinkt.

Ist die Bildung der Zahnhartsubstanz abgeschlossen und die Zähne brechen durch das Zahnfleisch in die Mundhöhle durch, können die Fluoride nur noch von aussen auf die Oberfläche des Zahnes einwirken. Hier verhindern sie die Demineralisation bei Säureangriffen (Aktuelles/Karies) und fördern die Remineralisation. Gleichzeitig beeinflusst das Fluorid aber auch den Stoffwechsel der Plaquebakterien und reduziert ihre Fähigkeit, Säuren zu bilden. Am wirkungsvollsten ist dieser Effekt des Fluorids direkt nach dem Durchbruch der Zähne, weshalb gerade im Kindesalter (etwa ab dem 6. Lebensjahr erscheinen die ersten bleibenden Zähne) die Fluoridierung durch Lacke im Rahmen der Individualprophylaxe extrem wichtig ist.

Der Grundstein für eine gesunde und widerstandsfähige Zahnhartsubstanz wird also bei der Bildung der bleibenden Zähne gleich nach der Geburt gelegt. Deshalb sollte hier genügend Fluorid im Körper zur Verfügung stehen. Je nach Alter und unter Berücksichtigung des Fluoridgehaltes im örtlichen Trinkwasser wird die Gabe von Fluoridtabletten empfohlen.

So empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Zahn- Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) folgende zusätzliche Fluoridgabe (Angaben in mg):

bei einem Fluoridgehalt des Trinkwassers bis zu 0,3 mg/l:
0-3-jährige 0,25mg 3-6-jährige 0,5mg ab 6-jährige 1,0mg

bei einem Fluoridgehalt des Trinkwassers von 0,3-0,7 mg/l:
0-3-jährige keine 3-6-jährige 0,25mg ab 6-jährige 0,5mg

bei einem Fluoridgehalt des Trinkwassers über 0,7 mg/l ist keine zusätzliche Gabe von Fluoridtabletten empfohlen.

Das Kölner Trinkwasser enthält linksrheinisch 0,1-0,16 mg Fluorid / l, rechtsrheinisch sogar noch weniger. Die genauen Werte sind beim jeweiligen Wasserwerk zu erfragen. Eine Fluoridgabe ist hier also ratsam.

Äußerlich auf die Zähne wirken alle Zahnpasten, die Fluorid enthalten. Besonders Fluorid angereicherte Gelees und Fluids können nach zahnärztlicher Anweisung zusätzlich benutzt werden, zum Beispiel einmal wöchentlich Elmex Gelee (Fa. Wybert) oder Fluor-Gel (Fa. Blend-amed). Auch enthalten Mundspüllösungen zur täglichen Anwendung oft Fluoride, die eine hohe effektive Wirkung auf die Kariesreduktion zeigen.

Zu beachten ist aber, dass es bei zu hoher Einnahme von Fluorid zu Vergiftungserscheinungen kommen kann!
Der Grenzwert liegt aber sehr hoch, so dass es kaum zu einer versehentlichen Vergiftung kommen kann: Beispielsweise benötigt ein 6-jähriger mit einem Körpergewicht von 18 kg zum erreichen einer akuten Vergiftung auf einmal 90 mg Fluorid. Das entspricht 4 g eines Fluoridlacks (mit 2,26% Fluorid) oder 9 ml einer Lösung (mit 1% Fluorid) oder 90 g Zahnpasta (mit 1000 ppm Fluorid) oder 120 Tabletten (mit 0,75 mg / Stück)